15. Oktober 2026

Zürichs Stärke ist keine Selbstverständlichkeit

Vontobel und Cembra Money Bank verlassen die Stadt Zürich. Zimmer Biomet baut in Winterthur Hunderte Stellen ab, auch bei Burckhardt Compression gehen Arbeitsplätze verloren. Jeder Fall hat seine eigenen Gründe. Doch in der Summe sind diese Entwicklungen ein Warnsignal. Wir dürfen sie nicht einfach achselzuckend zur Kenntnis nehmen.


Zürich gehört zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Europas. Davon profitieren wir alle: durch Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Innovation und eine hohe Lebensqualität. Doch dieser Erfolg ist nicht gottgegeben. Unternehmen können ihren Standort wählen. Und sie tun es zunehmend dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen.


Aus eigener Erfahrung als Unternehmer weiss ich: Wer investieren, Arbeitsplätze schaffen und Risiken eingehen soll, braucht Freiraum, Planungssicherheit und verlässliche Spielregeln. Stattdessen erleben wir immer mehr Vorschriften, langwierige Bewilligungsverfahren und einen Staat, der zunehmend selbst als Unternehmer auftritt und Private konkurrenziert. Dabei profitieren die staatlich gehaltenen Unternehmen auf unfaire Weise unter anderem von einer faktischen Staatsgarantie, günstigerem Kapital sowie von einem Know-how-Vorteil und Vertrauensbonus als Infrastrukturbetreiber und Regulator. Der Staat bietet zudem Anstellungskonditionen, die sich privat finanzierte Unternehmen nicht leisten können. Damit entzieht er den Privatunternehmen die Fachkräfte.


Mit der von mir angestossenen Untersuchung zur Konkurrenz durch Staatsbetriebe will ich genau hier ansetzen. Wir müssen wieder klarer unterscheiden, was der Staat leisten muss und was Private besser können. Die öffentliche Hand soll nur dort tätig werden, wo Private nicht tätig sein wollen oder können. Nur so können wir die Resilienz und Innovationskraft unserer Wirtschaft erhalten.


Ich will einen Kanton Zürich, der Unternehmertum ermöglicht statt erschwert. Der Innovation fördert, Wettbewerb zulässt und sorgsam mit Steuergeldern umgeht.


Denn eine starke Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Sie schafft die Grundlage für unseren Wohlstand – und für die Chancen der nächsten Generation.


Zürich muss nicht alles neu erfinden. Aber wieder mehr ermöglichen.

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